IN PRODUKTION

Für immer und ewig (AT)
Ein Film über das Heiraten heute
Dokumentation, 45'00 min
ZDF, 37°
Sendetermin: Herbst 2021

ERSTAUSSTRAHLUNG

Mein Wille geschehe
Wie weit geht die moderne Medizin?
Dokumentation, 30'00 min
ZDF, 37°
Sendetermin: 11.08.2020, 22:15 Uhr

Die moderne Medizin kann viel – und stellt uns vor Entscheidungen, die wir so früher nicht treffen mussten. Durch ihre Möglichkeiten steigt auch die Zahl derer, die ohne Schläuche und Kanülen, ohne permanente Intensivpflege nicht überleben würden. Für viele dieser Patienten ist klar: Lieber das, als sterben. So stellt uns die moderne Medizin vor die vielleicht schwierigste Frage unseres Lebens: Was wollen wir ertragen, um zu leben, wenn unser Körper krank ist? Die 37°-Dokumentation „Mein Wille geschehe“ begleitet einen ALS-Patienten und seine Frau und einen Intensivmediziner und stellt dabei die Frage, wie unser letzter Wille im Angesicht der modernen Medizin umgesetzt werden kann – und wie ein sinnvoller und ethischer Umgang mit den Möglichkeiten der modernen Medizin aussehen kann. 

 

Einer der Protagonisten ist der 65-jährige taz-Mitbegründer Benedict Mülder. Ehemaliger Journalist, Familienvater, Ehemann. Er bekam im Jahr 2009 die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose – eine Krankheit, die zu totaler Bewegungslosigkeit führt. Vor neun Jahren hat er sich dafür entschieden, damit weiterzuleben. Mit Beatmung und zu Hause bei seiner Familie. Seine Frau Dagmar hat die Entscheidung mitgetragen – aus Liebe zu ihm: „Es war uns immer klar, dass wir uns immer fürs Leben entscheiden. Was ist denn die Alternative?“ Die Alternative zur Beatmung wäre der Tod gewesen. Seit neun Jahren liegt Benedict Mülder nun bewegungslos in einem Pflegebett im Wohnzimmer seiner Familie, heute kann er nicht einmal mehr kommunizieren. 

 

Das Leben der Familie Mülder findet um ihn herum statt: Sowohl alltägliches wie das Abendessen mit Sohn Jim, als auch der regelmäßige Besuch von Benedict Mülders Freunden. Durch die auf den ersten Blick ungewöhnliche Entscheidung, einen bewegungsunfähigen, stummen Kranken ins Wohnzimmer zu legen, hat Benedict Mülder Anteil am Leben seiner Nächsten. Vor vier Jahren, als er noch kommunizieren konnte, hat er ganz klar gesagt: Dieses Leben ist für ihn lebenswert. Ob er das heute immer noch so empfindet, wissen weder seine Frau noch seine Freunde. Die modernen medizinischen Möglichkeiten eröffnen eine Grauzone, einen Bereich, in dem es mehr Fragen als Antworten gibt. 

 

Damit muss sich auch Dr. Johannes Kalbhenn tagtäglich auseinandersetzen. Der 41-jährige ist Oberarzt einer Intensivstation an der Uni-Klinik Freiburg und behandelt oft Patienten, die sich nie damit auseinandergesetzt haben, ob sie bereit sind, Einschränkungen hinzunehmen, um weiterzuleben. Noch komplexer wird die Frage, wenn sich Patienten nicht mehr äußern können oder nicht mehr bei Bewusstsein sind: „Mit jedem Organ, das wir ersetzen können, wächst natürlich auch die Verantwortung zu entscheiden: Ist das denn überhaupt sinnvoll, das zu tun?“, so Johannes Kalbhenn über seine tägliche Arbeit. Denn oft ist es technisch zwar möglich, Menschen am Leben zu halten – aber wird dadurch manchmal auch Leid verlängert? 

 

Selbst wenn sich ein Mensch Gedanken darüber gemacht hat, welche intensivmedizinischen Maßnahmen er für sich in Betracht zieht und was für ihn lebenswert erscheint und was nicht – Einstellungen und Maßstäbe können sich mit der Zeit verändern. Wenn ein Patient nicht mehr bei Bewusstsein oder etwa dement ist, ist die größte Herausforderung für Johannes Kalbhenn dann durch Gespräche mit Angehörigen herauszufinden, was der mutmaßliche Patientenwille ist. Die Dokumentation begleitet ihn dabei, wie er in solchen Gesprächen den Willen eines Patienten, der nicht mehr für sich sprechen kann, herauszufinden versucht. Ein Drahtseilakt, bei dem es oft um die Frage Leben oder sterben geht und es meist nie hundertprozentige Gewissheit gibt, ob eine getroffene Entscheidung wirklich im Sinne des Patienten war: „Ich treffe Entscheidungen erst dann wenn ich alles für und wider ganz sicher weiß und ganz sicher erwogen habe – und das ist ein fast unrealistisches Ziel“, so der Intensivmediziner. 

 

Der Film von Maximilian Damm begleitet Protagonisten, die sich aus verschiedenen Perspektiven aufopfernd damit auseinandersetzen, wie der Patientenwille im Angesicht der modernen Medizin umgesetzt werden kann und eröffnet eine Thematik, in der es vor allem eines nicht gibt: Kein richtig und kein falsch. 

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